Malu Dreyer auf Tuchfühlung

Malu Dreyer 13.06.15

Die Ministerpräsidentin zu Gast bei Christoph Glogger in der Traubenkur

„Ihr habt es aber schön hier!“ ruft Malu Dreyer, als sie auf die Terrasse der Traubenkur tritt. Sie hat sich beim Inhaber des Cafés Viktor Pastetenbecker untergehakt und der ist sichtlich stolz auf seinen prominenten Gast. (zum Video)Die Ministerpräsidentin begrüßt die Cafégäste, schüttelt Hände, freut sich über die schöne Atmosphäre im Kurgarten. Sie ist in ihrem Element und spontan applaudieren die Gäste, als die Landeschefin mit Bürgermeisterkandidat Christoph Glogger zu den bereitgestellten Barhockern geht. Glogger führt locker durch das Gespräch, die Stimmung ist entspannt, sie spielen sich die Bälle zu. Es geht um die Gesundheitsstadt, die Digitalisierung, das Transparenzgesetz. Dreyer lobt die Lebenshilfe, bei deren Jubiläumsfeier sie zuvor zu Gast war und sagt Sätze wie: „Die Tuchfühlung mit den Menschen ist für politische Entscheidungen außerordentlich wichtig.“ Sie betont die Chancen, die Bad Dürkheim als Kur- und Gesundheitsstadt hat. Sie mahnt, ältere Menschen darin zu unterstützen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können und berichtet von einem Kooperationsprojekt in Trier, bei dem Kliniken, Fachhochschule und andere Gesundheitsakteure sich zu einer strategischen Kooperation zusammen gefunden haben. So etwas könne auch in Bad Dürkheim funktionieren.

Die von Glogger geforderte 50 MBit-Strategie hält sie für den richtigen Weg und weist auf die Fördergelder hin, die die Landesregierung für den Ausbau des breitbandigen Internets bis 2018 zur Verfügung stellt. Gleichzeitig würde zurzeit auf Landesebene eine 300 MBit-Strategie geprüft. „Wir werden in Zukunft noch größere Bandbreiten brauchen und das ist für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz eine große Herausforderung.“ Beim Transparenzgesetz gehe es vor allem um einen „Kulturwandel“ in der Verwaltung. Künftig sollten nicht mehr Bürgerinnen und Bürger um Auskunft bitten müssen, sondern die Verwaltung solle es als ihre „Dienstleistung“ ansehen, von sich aus wichtige Informationen aufzubereiten und online zur Verfügung zu stellen.

Im Gespräch mit dem Publikum geht es dann zunächst um neue Wohnformen. Malu Dreyer wird nach ihrem Wohnprojekt in Trier gefragt, dem „Schammatdorf“. Dort leben Menschen unterschiedlichsten Alters, Geldbeutels und auch Menschen mit Behinderung gemeinsam in „Wohnhöfen“ in einem eigens dafür entworfenen Stadtviertel, „ökologisch und integrativ“, wie Dreyer erläutert. Ein Besucher würde gern auch bei Bürgermeisterwahlen kumulieren, indem eine Anzahl von Punkten auf alle KandidatInnen verteilt wird. Die Ministerpräsidentin lacht und hält das für eine „innovative Idee, die vermutlich noch nicht mit dem Wahlrecht kompatibel“ sei. Zwei Fragen beziehen sich auf den Neubau der B271. Dreyer, die bisher alles spontan beantwortet hat, blättert in ihren Unterlagen. Die Planungen seien ja nun intensiviert worden, sagt sie dann und der Abschnitt könne im besten Fall „bis 2017“ Baureife erlangen.

Mit dem Appell, zur Wahl zu gehen und allen guten Wünschen für Christoph Glogger und sein Ziel, das Rathaus in Bad Dürkheim zu erobern, verabschiedete sie sich. Der Bürgermeisterkandidat der SPD bedankt sich für die Unterstützung: „Sicher werden wir auch nach der nächsten Landtagswahl gut zusammenarbeiten, ich als neu gewählter Bürgermeister von Bad Dürkheim und sie als wiedergewählte Ministerpräsidentin.“